Griechenland 2013

 

HOLSTEINISCHES KAMMERORCHESTER

 

BIG BAND des CJB Lübeck

 

Sommerfahrt 2013

 

 

GRIECHENLAND

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

  

Reisebericht

 

Tagesberichte

 

 

Mittwoch, 19 Juni:

Am Mittwoch, den 19. Juni um 7.30 ging es los. Ein Reisebus der Firma Dehn aus Neumünster verließ mit sieben „HKO – ten“ an Bord das Firmengelände mit dem Ziel Griechenland, Richtung Lübeck. Nachdem die allgemeine Verwirrtheit (besonders die der Busfahrer), ausgelöst durch nicht weitergegebene Informationen über die Zwischenstopps auf der Reise, aufgelöst wurde (hier fing die Arbeit des Vorstandes an, danke Reema sonst wären wir ohne die Band gefahren) sammelten wir die (Big) Band am CJB (Carl – Jacob – Burckhardt – Gymnasium) in Lübeck ein. Langsam füllte sich der Bus, doch der größte Teil der „HKO – ten“ fehlte noch, also weiter ging die Fahrt, Richtung Lübeck – Retteich, hier warteten schon ungeduldig Orchesterspieler, Eltern, Gepäck und Instrumente auf das Eintreffen des Busses. Wie immer auf solchen Fahrten entbrannte sofort ein Kampf um die letzte Reihe im Bus, Gewinner war das HKO, immerhin für die Hinreise. Nachdem das ganze Gepäck verstaut war, ging die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein los. Je weiter wir uns nach Süden bewegten, desto glücklicher wurden wir über unseren mit einer guten Klimaanlage ausgestatteten Bus. Unser mittäglicher Zwischenstopp in Kassel ließ uns erahnen, welche Temperaturen uns an unserem Zielort erwarteten (36 Grad sind für einen Norddeutschen erst mal nicht so angenehm). In der Nacht überquerten wir die Alpen und fuhren durch Österreich, sodass wir am Morgen Italien erblicken konten.

Donnerstag, 20 Juni:

Im Morgengrauen durchfuhren wir die Emilia Romagna und die Frühaufsteher (oder auch die, die einfach ihre Beine nicht mehr spürten) konnten den Zwergstaat San Marino erwachen sehen. Gegen acht Uhr erreichten wir den Flughafen von Ancona und in einigen spross die Hoffnung, dass wir nach Griechenland fliegen würden. Aber nein, dieser Stopp galt nur dem zweiten Busfahrer, der jetzt ausstieg und zurück nach Deutschland flog. Gegen halb neun erreichten wir „Port Ancona“ viel zu früh, denn das Schiff würde erst um 13.30 Uhr ablegen. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren und der Bus auf dem Hafengelände stand, durfte Ancona in Kleingruppen gestürmt werden, die meisten nutzten die Pause, um sich mit Wasser und Essbarem einzudecken. Zudem wurde unsere Hitzetauglichkeit bei knapp 36 Grad auf die Probe gestellt. Um halb zwölf durfte endlich die Fähre betreten werden, etwa eine Stunde waren alle damit beschäftigt zu erfahren, wo wer untergebracht war (welche Kabine, welcher Schlafsessel, welcher Platz auf dem Deck), wo es Duschen und Toiletten gab und wie viel eine Flasche Wasser kostete. Einigen steckte die Reise allerdings so in den Knochen, dass sie ihre Isomatte entrollten und für mindestens drei Stunden nicht mehr ansprechbar waren. Bei gefühlten 35 Grad waren alle auf dem Deck eher lethargisch, hier und dort hatten einige schon ihre Schlafplätze gefunden und bezogen, andere hatten Tische besetzt und fingen an stundenlang Karten zu spielen: Uno, Arschloch und Schwimmen wurden ebenso “gezockt“ wie Black Jack und Rommee. Die Fähre fuhr dann auch endlich, mit einer halben Stunde Verspätung, um 14.00 Uhr ab. Doch auf dem Mittelmeer wurde es, entgegen aller Erwartungen, nicht kühler, sodass bald die Hälfte der Musiker im klimatisierten Inneren der Fähre zu finden waren. Insgesamt gestaltete sich die Schifffahrt ereignislos, das Meer war spiegelglatt und das spannendste war, wer die Runde beim Kartenspiel gewann. Allein der für uns spektakuläre Sonnenuntergang lockte dann alle an Deck. Als die Nacht schließlich hereinbrach, ließen sich auch unsere „Erziehungsberechtigten“ an Deck blicken und es wurde in kleinen Gruppen noch viel gelacht und erzählt. Nach und nach verstreuten sich allerdings alle und suchten ihr Nachtlager auf. Die, die an Deck schliefen, erwartete eine wunderbar warme Sommernacht, wie wir sie von zu Hause nicht kannten.

 

Freitag, 21 Juni:

Die ersten saßen am Freitagmorgen schon um halb sechs an der Reling auf Deck. Entweder, weil sie ihre Schlafmasken vergessen hatten und durch die Sonnenstrahlen geweckt wurden oder weil sie einen Platz auf einem Schlafsessel reserviert hatten und feststellen mussten, dass dieser ganz und gar unbequem war. Gegen neun Uhr war das erste Mal Land in Sicht und die Vorfreude wuchs, wurde dann aber rasch gedämpft, denn die Fähre lief erst ihren Zwischenhalt Igoumenitsa an. Nachdem dort viele Passagiere das Schiff verlassen hatten und neue eingestiegen waren, kletterte die Temperatur wieder nach oben. Dann endlich, schon wieder mit Verspätung, ging es los – Kurs Patras. Als wir angekommen waren, ging es im Bus weiter, immer an der Küste entlang Richtung Selianitika. Auf der Strecke zu unserer Unterkunft (vor allem im Dorf) stellte unser Busfahrer dann sein Können unter Beweis und ich denke, dass wir alle großen Respekt vor Martins Fahrkünsten bekommen haben, als er den Bus rückwärts bis vor das Grundstück unserer Unterkunft rangierte. Es folgte eine gefühlt ewig dauernde Zeit, bis alle Zimmer durch den Vorstand verteilt waren und wir anderen endlich aus dem Bus steigen durften. Die aufkommende Freude wurde allerdings rasch durch den Anblick unserer Unterkunft ausgebremst. Ernüchterung machte sich breit, so hatten wir uns das dann doch nicht vorgestellt. Die Häuser und Wohnungen, in denen wir die nächste Woche verbringen sollten, lagen zwar in dem versprochenen, idyllischen Garten, waren deshalb aber auch voll mit Getier. Zudem mussten wir uns auch erst mal an den griechischen Lebensstandard gewöhnen, der nun ja nicht ganz so hoch ist wie in Deutschland. Trotzdem, irgendwann hatte man sich an die Tiere gewöhnt und es hallten nur noch selten Rufe wie: „Kann mal einer den Käfer wegmachen“ über die Anlage, es gab zwar noch einen mittelschweren Käfer – Zwischenfall in einem Mädchenzimmer und eine Geschichte über ein armes Gecko, doch sonst blieb es ruhig. Erst einmal wurden die Zimmer bezogen, dann gingen die Ersten auch schon zur Abkühlung ins direkt vor der Tür gelegene Mittelmeer. Zum Abendessen wurde sich im nahen „Hotel Kanelli“ getroffen, die Erwartungen auf ein griechisches Essen wurden hier allerdings enttäuscht und dies sollte sich auch die ganze Woche nicht ändern. Am Abend stiegen wir alle noch einmal in den Bus, ohne so genau zu wissen, wo es eigentlich hinging. Egion war das Ziel und dort fuhren wir hin, um ein Chorkonzert zu besuchen. Mit diesem Chor würden wir eventuell zusammenarbeiten, so erzählte man uns. So wenig wir auch von dem verstanden, was die Jungen und Mädchen gesungen haben (die Akustik war im Übrigen auch nicht gut, um nicht zu sagen grauenvoll), so lernten wir doch das Verhalten des griechischen Publikums kennen. So wurde sich während des Konzertes unterhalten, nebenbei spielten Kinder auf dem Platz und wem gerade langweilig war, der stand auf und ging.

Samstag, 22. Juni:

Am Samstagmorgen ging es zum Frühstück wieder in das „Hotel Kanelli“, das Essen war auch morgens nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten, aber eine Woche würde man das wohl überleben. Danach war für beide Gruppen eine erste Probe angesetzt, damit wir und die Instrumente sich an das Klima gewöhnten (natürlich mussten wir auch proben, damit wir die Stücke bei den Konzerten konnten). Die Band zog auf eine kleine Bühne, während das Orchester im hinteren Teil des Gartens unter den Zitronenbäumen musizierte. Dieser Probenort wurde aber rasch verlegt, als die ersten Zitronen von den Bäumen fielen und sowohl Musiker als auch Instrumente gefährdeten. So hieß es: „Umzug!“, und ein kleiner Platz, der durch das Blätterdach mehrerer Weinstöcke geschützt war, wurde bezogen. Hier gab es bald das Problem herabfallender Ameisen, die sich ganz geschickt fallen ließen, um dann auf Noten und Spielern herumzukrabbeln und zu Schüttel-, Schlag- und Fuchtelattacken bei selbigen führten. Auch die Zikaden, die in den Bäumen laut rätschten, versuchten die Probe zu stören, das gelang ihnen aber nicht. Nach diesen ersten Repertoire – Bestandsaufnahmen (was war hängen geblieben seit der letzten Probe) hatten alle Freizeit. Diese wurde trotz der Mittagshitze zum Einkaufen in dem kleinen Supermarkt genutzt. Danach folgten Mittagessen (bei nicht wenigen war das Wassermelone) und Baden im Meer. Der Abend gestaltete sich geruhsam, nach einer weiteren Probe und dem gemeinsamen Abendessen folgte bei vielen noch das gemütliche Sitzen in großen Runden (allgemein bekannt unter „chillen“) in denen viel gelacht und auch der eine oder andere Ouzo probiert wurde.

Sonntag, 23 Juni:

Am Sonntag war eigentlich ein Konzert auf der Insel Zakinthos vorgesehen, aber nachdem wir die Information bekommen hatten, dass dieses nicht stattfinden konnte (jaja, das liebe Geld), machten wir unseren ersten Ausflug. Nach dem Frühstück stiegen wir alle in den Bus, um uns auf den Weg nach Delphi zu machen. Zuerst setzten wir in Patras mit der Fähre über, vom Peleponnes aufs Festland, dann fuhr uns Martin gekonnt über griechische Serpentinen zur sagenumwobenen Orakelstadt Delphi. Dort kamen wir in der allergrößten Mittagshitze, das heißt um die 37 Grad, an. Weise wurde dann, mit Blick auf die Temperaturen, beschlossen, erst das Museum zu besichtigen und dann ins Außengelände aufzubrechen. Unsere Museumsführerin führte uns im Schnelldurchlauf durch alle Epochen, in denen Delphi eine Bedeutung hatte und erklärte das Gesehene in einem interessanten Griechisch – Englisch (nicht nur uns Deutschen fällt das „TH“ schwer). Im Außengelände sahen wir uns dann die übrig gebliebenen Ruinen an, der Apollotempel (da wo das Orakel saß), einige andere Tempel und natürlich der „Nabel der Welt“ waren Stationen auf unserem Rundgang. Im Anschluss an die Führung hatten wir Zeit, noch einmal in Kleingruppen über das Gelände zu streifen und ausgiebig zu fotografieren. Nach einer dreiviertel Stunde hatten sich dann alle wieder am Bus versammelt, wir stiegen ein und los ging die Fahrt, 600 Meter, in engen Schleifen nach unten. Als wir die Tiefebene von Delphi (ich nenn die jetzt mal so) durchfuhren, erklärte Volker, als Geografielehrer, uns einiges über das Klima und die Vegetation im Mittelmeerraum, damit wir wussten, was an den Scheiben des Busses vorüberzog. Auf dem Weg Richtung Fähre machten wir dann noch einen Abstecher in eine Bauxitmiene und fuhren eine Runde mit dem Bus darin herum, erfuhren so auch etwas über die Wirtschaftszweige Griechenlands. Nachdem wir in Selianitika angekommen waren, aßen wir zu Abend, probten noch eine Weile und hatten dann wieder Freizeit bis zum nächsten Morgen.

Montag, 24 Juni:

Den Montag verbrachten wir, wie jeden anderen, vorherigen Tag. Nach dem Frühstück probten wir bis zur Mittagshitze, hatten danach Freizeit, um zu essen und zu baden. Nach dem gemeinsamen Abendbrot probten wir noch etwa zwei Stündchen, um dann den Abend ausklingen zu lassen.

Dienstag, 25 Juni:

Am Dienstag machten wir einen Ausflug nach Athen. Auf dem Weg in die griechische Hauptstadt überquerten wir den Kanal von Korinth. Hier stiegen wir aus, um uns dieses beeindruckende Bauwerk anzugucken. Nach zweimaligem Überqueren des Kanals hatten alle genug Fotos geschossen und wir setzten die Fahrt fort. Bevor wir in Athen einfuhren, bekamen wir Informationsblätter über die Altstadt und die Akropolis ausgehändigt, die sich jeder durchlesen sollte. Zudem wurden wir von Martin mit Informationen zu unserer Sicherheit und über Taschendiebe in Athen informiert. In Athen angekommen machte sich eine Gruppe mit Sabine auf den Weg, um die Plaka (Altstadt von Athen) zu erkunden, während eine andere, kleinere Gruppe einen Instrumenten-bauer aufsuchte, um eine Trompete reparieren zu lassen. Hajo erkundete in der Zwischenzeit ein typisch griechisches Restaurant, in dem wir alle am Abend essen sollten. Unsere Wertsachen alle eng am Körper tragend machten wir uns also auf den Weg in die engen Gassen der Altstadt, vorbei an Läden (Touristenfallen), in denen man alles Erdenkliche erwerben konnte, was mit Griechenland in Verbindung gebracht wurde (allerdings gab es auch viel, was man nicht mit Griechenland in Verbindung brachte). Zur Mittagszeit kehrten wir in ein kleines Restaurant unterhalb der Akropolis ein und jeder konnte sich bestellen, auf was er oder sie Lust hatte. Danach vereinbarten wir einen Treffpunkt, an dem wir uns kurz vor der gebuchten Führung rund um die Akropolis treffen sollten, jetzt durften alle in Kleingruppen noch mal durch die Stadt streifen. Als alle sich schließlich am Treffpunkt eingefunden hatten, begannen wir den Aufstieg zur Akropolis, wo wir unsere Tickets lösten und unseren Führer trafen. Wir ließen uns in sengender Sonne, immer darauf bedacht, der/die erste im Schatten zu sein, die Akropolis und ihre Umgebung zeigen. Nach einem Gruppenbild und dem darauf folgenden Abstieg kehrten wir in ein Restaurant ein, um unser erstes griechisches Menü zu genießen. Als wir alle satt waren und uns kaum noch bewegen mochten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Bus, der sich aber trotz zwei Navigationsgeräten im Athener Nachtleben schwer finden ließ. Dies hatte zur Folge, dass wir erst spät in der Nacht in unserer Unterkunft ankamen.

Mittwoch, 26 Juni:

Mittwochvormittag standen Proben an, denn am Abend sollte das erste Konzert stattfinden, nicht wie vorgesehen in Egion, sondern in dem Nachbardorf Logos. Die Anreise mit dem Bus dauerte nur fünfzehn Minuten, doch in unserer Konzertkleidung konnten wir unmöglich den ganzen Weg laufen. An unserem Konzertort angekommen besichtigten wir zuerst das Museum, in dessen Hof wir spielten. Anschließend bauten wir auf und ließen uns das Buffet, welches einige Frauen aus dem Dorf organisiert hatten, schmecken. Im Anschluss folgte das Konzert, welches aufgrund der vorher nicht ausprobierten Akustik nicht ganz unseren Vorstellungen entsprach. Zum Dank bekamen alle einen Olivenzweig vom Olivenbaum der Athene und eine Orange von dem kleinen Heimatverein geschenkt. Nachdem alles abgebaut und im Bus verstaut war, konnten wir den Heimweg antreten.

 

Donnerstag, 27 Juni:

Der Donnerstag begann um kurz nach vierundzwanzig Uhr. Nachdem wir von dem Konzert in Logos wieder in unserer Unterkunft angekommen waren, begann die Geburtstagsfeier von Johanna, die an diesem Tag achtzehn Jahre alt wurde. Alle versammelten sich auf der Terrasse und stießen mit Sekt und Softgetränken an, das Geschenk wurde überreicht, dann wurde der Kuchen angeschnitten und als auch dieser verputzt war versammelte man sich auf dem Balkon (darauf bedacht, dass die „Erziehungsberechtigten“ auf der Terrasse sitzen blieben). Als die Ersten bereits die Party verließen, beschloss das Geburtstagskind, das jetzt was gespielt werden musste, man versammelte sich im Stockdunkeln auf dem Rasen und an diesem Morgen lernte der Eimer beim Topfschlagen nicht nur das Fliegen. Irgendwann, als nur noch eine kleine Gruppe übrig war, beschlossen wir zum Strand umzuziehen, denn überall im Garten saßen Pärchen (oder solche, die es werden wollten) auf den Hollywoodschaukeln und die wollten wir auf keinen Fall stören. Schließlich beschlossen auch die, die zum Strand gegangen waren, dass sie ins Bett gehen sollten, denn die Sonne lugte schon hinter den Bergen hervor und es war ja am Abend noch ein Konzert zu spielen. Nach einer (für manche) sehr kurzen Nacht (drei Stunden Schlaf) musste das HKO noch einmal proben, da die Leistungen am Abend auch den „Erziehungsberechtigten“ (sprich Hajo und Sabine) nicht so ganz gefallen hatten. Gegen Mittag brachen wir dann Richtung unserem Konzertort Kilini auf. Bei diesem Konzert gab es dann auch noch eine kleine Änderung, statt wie geplant auf der Burgruine in Kilini zu spielen (da waren die Archäologen noch nicht fertig), gaben wir an diesem Abend ein Konzert in einem fünf Sterne Hotel in der Nähe von Kilini. Als wir ankamen, staunten nicht wenige. Das Hotel war das genaue Gegenteil zu den sonst oft etwas rumpeligen griechischen Häusern und Grundstücken, gepflegt, sauber und klimatisiert. Nachdem wir unsere Instrumente in einem Lagerraum abgelegt hatten, bekamen wir vom Hotel Handtücher gestellt und durften baden, wohlgemerkt überall, sowohl im Meer als auch in einem der fünf Pools. Die Selbstbedienungsbar durften wir voll ausnutzen und am Abend waren wir zu dem großen Hotel Buffet eingeladen. Wenn ich jetzt hier anfangen würde aufzulisten, was an diesem Abend an Erlesenem alles in unseren Mägen verschwand, würde das den Umfang dieses Berichtes um Seiten sprengen. Es sei gesagt, es schmeckte allen. Das darauf folgende Konzert war, trotz der vollen Bäuche, meiner Meinung nach das Beste, auch wenn einige Zuschauer zwischendurch einfach aufstanden und gingen, aber es waren ja auch nur Hotelgäste, die eins der vielen Abendprogramme besuchten. Wieder angekommen in unserer Unterkunft, zog es einige zum Strand und erst sehr spät in die Betten.

Freitag, 28 Juni:

Der Freitagvormittag stand uns zur freien Verfügung und so begann bei vielen der Tag erst spät mit einem selbst gemachten Frühstück auf der Terrasse, denn ab heute aßen wir morgens nicht mehr im „Hotel Kanelli“. Am späten Vormittag startete dann der Bus abermals, diesmal mit dem Ziel Loutraki. Während der Fahrt stellte sich dann heraus, dass selbst Andreas Drekis noch nie an diesem Ort gewesen war und auch nicht so genau wusste, wo es lang ging. Dadurch verlängerte sich die Fahrzeit natürlich enorm, aber fast alle hatten sich inzwischen eine griechische Mentalität angeeignet und sahen das alles nicht so eng. Martin aber war verständlicherweise irgendwann etwas genervt, weil nicht mal sein Navi wusste, wo Loutraki war. Unterwegs machten wir noch an einer Ausgrabungsstätte halt, um uns diese anzugucken. Als uns allen der Magen knurrte (wir hatten mit einer deutlich kürzeren Fahrzeit gerechnet), machten wir in einem Restaurant halt und bekamen dort unser von Andreas im Voraus bestelltes Essen, es schmeckte ganz gut, und als wir alle dann eine Cola oder ein anderes Dosengetränk ausgegeben bekamen, sprossen in uns wieder die Lebensgeister. Einige (vor allem Jungs, Namen will ich nicht nennen) bauten große Dosentürme und zerstörten sie wieder. Auf dem Weg zurück zum Bus wurden dann noch auf wundersame Weise Tjark und Martin komplett nass (nicht wahr Mareike ;)). Endlich nach einer weiteren etwa einstündigen Fahrt hatten wir den Dorfplatz in Loutraki erreicht, hier war schon für uns eine Bühne aufgebaut und wir brauchten uns nur noch im Bus umzuziehen und unsere Instrumente auszupacken, einige Stühle aufzustellen und dann loszuspielen. Leider (oder vielleicht war es auch besser) mussten wir aus Zeitmangel das Programm etwas zusammenstreichen. Je später es wurde, desto feuchter wurde die Luft und die Notenblätter waren irgendwann total aufgeweicht. Nach dem Konzert wurde mit höchster Eile abgebaut, denn Martin musste bis ein Uhr den Bus abgestellt haben, sonst hätten wir am nächsten Morgen nicht losfahren dürfen. Also hurtig, hurtig in den Bus und ab nach Selianitika.

Samstag, 29 Juni:

Die Nacht von Freitag auf Samstag wurde von vielen durchgemacht und am Morgen der Sonnenaufgang am Strand beobachtet. So gegen sechs Uhr begannen dann einige mit dem Packen, denn pünktlich um elf mussten wir abfahren, damit wir die Fähre in Patras nicht verpassten. Als um zehn sich alle mit ihrem Gepäck auf dem Rasen versammelt hatten und um halb elf alles im Bus verstaut war, bekamen wir sogar noch ein Lob (pünktliche Musiker?, ihr merkt, was hier falsch ist). In Patras angekommen hatten wir noch etwas Zeit einzukaufen. Auf dem Schiff (welches nicht so komfortabel wie auf der Hinfahrt war) angekommen fanden wir recht bald einen guten Platz an einer Seite des Schiffes, unter den Rettungsbooten. Hier war es schattig und wir waren als Gruppe für uns. Nach und nach zogen aber immer mehr Leute aufs Oberdeck um, denn der Wind frischte auf See stark auf. An diesem Abend hatten wir unsere letzte Besprechung, bei der schon die Ziele für die nächste Reise besprochen wurden. Entweder die Toskana oder Island werden wir im nächsten Jahr mit unserer Musik beglücken. Einige (es waren sechs, die übrig waren) suchten danach eilig ihre Schlafplätze auf dem Seitendeck auf, denn die Angst war groß, dass die Schlafsäcke wegwehen würden. Nach dieser stürmischen Nacht (sehr stürmisch, ich war auf dem Seitendeck) warteten wir am nächsten Tag sehnlichst auf das Einlaufen in Ancona. 

Sonntag, 30 Juni: 

Gegen Mittag erreichten wir Ancona, stiegen gleich in den Bus und fuhren Richtung Bologna, um dort den zweiten Busfahrer einzuladen. Wir fuhren durch Italien und erreichten gegen Abend Österreich, ein gewaltiges Alpenpanorama zog an den Busfenstern vorbei, als wir den Brennerpass überquerten. An der ersten Raststätte in Deutschland machten wir einen längeren Halt, bevor die Nachtfahrt begann.

 

 

 

Montag, 1 Juli: 

Am Montagmorgen erreichten wir gegen sieben Uhr schon die Raststätte „Hildesheimer Börde“, dort machten wir einen Morgenstopp, um zu frühstücken, Kaffee zu trinken und die Zähne zu putzen. Nachdem wir wieder losgefahren waren, machten wir unseren nächsten Stopp gegen neun Uhr in der Nähe von Hamburg, um alle Spieler, die im „Hamburger Speckgürtel“ wohnten, rauszulassen. Eine Stunde später waren wir in Lübeck angekommen und hier stieg dann auch wieder die größte Gruppe der „HKO – ten“ und die komplette „Chaotic Jazzband“ aus. Kurz nach halb zwölf erreichte der Bus dann endlich Neumünster und die wenigen Neumünsteraner und „Kieler – Umland“ Bewohner konnten aussteigen.

 

WIR WAREN DABEI! 

 

Mareike, Volker, Simon, Christopher, Jan, Fabian, Nils 

Gudrun, Charlotte, Tjark, Annalena, Larissa, Sabine, Luca 

Jeanette, Anna, Leandra, Simon, Johanna, Juliane, Hajo 

Marvin, Melanie, Reema, Henrik, Judit, Alina, Mats 

Merle, Hannes, Sebastian, Mareike, Analena, Vivien, Torvin 

Fynn, Freya, Martin 

 

Nachwort und Dank: 

Als Erstes richte ich meinen Dank natürlich an unsere „Erziehungsberechtigten“ Hajo, Sabine, Volker und Gudrun, die die Fahrt für uns so toll organisiert haben und immer bemüht waren, es uns so nett wie möglich zu machen. 
Dann natürlich einen Dank an Andreas Drekis, in dessen Unterkunft wir (nach der Eingewöhnungsphase) viele schöne Stunden verbracht haben und der, das darf man nicht vergessen, für uns die Konzerte organisierte. Martin, was hätten wir nur ohne unseren Busfahrer gemacht? Gekonnt und mit viel Spaß fuhr er uns nach/durch Griechenland und drehte nebenbei auch noch einen Film über unsere Reise. 
Last, but not least gilt natürlich ein riesiger Dank an unsere beiden Vorstände, die sich immer für das Wohl der Musiker eingesetzt haben und Stunden ihrer Freizeit dafür geopfert haben, Tagespläne auszuarbeiten und Ausflüge zu organisieren. Vielen Dank Judit, Reema, Jan, Fabian. Ein persönliches Dankeschön geht an beide Musikgruppen, vielen Dank, dass ihr mir so einen schönen 18. Geburtstag bereitet habt. Das war der schönste Geburtstag, den ich bis jetzt hatte! 
An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle (besonders den Eltern), die diese Fahrt möglich gemacht und geholfen haben, sie zu so einem tollen Erlebnis zu machen. 

Schon sind wir am Ende des Berichts (und unserer Sommerfahrt) angekommen. Nachdem mich Hajo am Sonntag unserer Fahrt (bei dem Besuch in Delphi) fragte, ob ich einen Reisebericht schreiben wollte, sagte ich ja. Es war zwar (meiner Meinung nach) etwas spät, ich hätte das gerne von Anfang an gewusst, um mir Notizen machen zu können, aber es war nun mal, wie es war. Zu Hause angekommen setzte ich mich ungefähr eine Woche später an den Computer und fing an, das Erlebte zusammen zu puzzeln. Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen.
Ich denke, ihr habt beim Lesen dieses Berichts mit Freude an unsere Griechenlandfahrt zurückgedacht und das eine oder andere persönliche Erlebnis im Kopf hinzugefügt. 

So, jetzt ist eigentlich alles gesagt bis auf – YOLO Freunde! 

Johanna Schröder 

 

Bildquellen: 

Deckblatt: Griechenland Grafik: Hajo Jobs, Reiserundbrief 

Seite 1: Hafen Ancona: Merle Fischer „Pokerface“: Johanna Schröder 

Seite 2: Abendstimmung an Deck: Tjark Thierfeldt Sonnenuntergang: Johanna Schröder 

Seite 3: Hellenikon Idyllion: Merle Fischer 

Seite 4: Strand Selianitika: Merle Fischer Orchesterproben: Tjark Thierfeldt 

Seite 5: Delphi: Juliane Waack „Nabel“ der Welt: Merle Fischer 

Seite 6: Kanal von Korinth: Merle Fischer Athen Akropolis: Fynn Rosenow 

Seite 7: Akropolis bei Nacht: Juliane Waack 

Seite 8: Konzert Loggos: Jan Beuster 

Seite 9: Hotel In Killini: Merle Fischer 

Seite 10: „Nasser Martin“: Jan Beuster „Coladosenturm“: Fynn Rosenow 

Seite 11: Sonnenaufgang Selianitika: Merle Fischer Alpenlandschaft: Merle Fischer 

Seite 14: Gruppenbild: Merle Fischer

© Das Copyright der Bilder liegt bei dem jeweiligen Urheber, die Bilder wurden mit dem Einverständnis dieser Urheber in den Text eingefügt. Der Text gibt die Meinungen und Ansichten des Verfassers, nicht aber der ganzen Gruppe wieder.