Hallig Hooge 2009 - Bericht von Gregor

Reisebericht Hallig Hooge 2009

Es schüttete wie aus Kübeln, als wir uns am Freitag, 24. Juli, am Husumer Bahnhof trafen. Um 15.30 Uhr war das Orchester vollständig versammelt, kurz danach ging es mit dem Bus zur Fähre. Das erste Ziel war Hallig Hooge. Die dortige Jugendwarft sollte unsere Unterkunft für die nächsten vier Tage sein. Sie war sehr klein, aber hatte zumindest mehr Betten als wir benötigten. Daher hatten wir mit geschickter Zimmer-aufteilung doch genug Platz für das gesamte Gepäck. 

Nach dem gemeinsamen Essen – das an allen Tagen von mindestens drei Fliegen belagert wurde – stand eine Erkundungstour auf dem Plan. Aus zwanzig Minuten wurden dann knapp zwei Stunden, dafür kannten wir uns danach bestens auf der nicht sonderlich großen Hallig aus. Zurück in der Jugendwarft wurde spon-tan zur ersten Verständigungsprobe aufgerufen, aufgrund der Uhrzeit spielten wir allerdings nur die Quar-tett-Noten, die für das Konzert im Föhrer Musikpavillon vorgesehen waren. Etwa um ein Uhr haben dann auch die letzten Spieler ihr Instrument eingepackt und sich ins Bett verabschiedet, da am nächsten Tag neun Stunden Probe anstanden. 

Auch am Sonntag musizierten wir größtenteils. Nachdem die Solo-Oboistin Viola Wilmsen angereist war, probten wir lange mit ihr. Abends fand das erste Konzert der Reise in der gut gefüllten Hooger Kirche statt. Es verlief zwar noch etwas durchwachsen, aber die Fehler wurden schnell gefunden. Dazu kam, dass die Hooger Kirche so klein ist, dass auch die hohen Streicher stehen mussten – das war in den anderen Kir-chen nicht so. 

Den folgenden Montag gingen wir ruhig an, er beinhaltete nur eine entspannte Probe und einige Kultur-stunden. Diese begannen mit einem Besuch im Museum „Königspesel“, einem von Kapitän Bandix im 18. Jahrhundert errichteten Haus, in dem Friedrich der VI. von Dänemark während einer Sturmflut nächtigte. Passend dazu gingen wir anschließend in das Sturmflutkino. Zu sehen war ein interessanter Film, allerdings mit einem Sprecher, der während der Aufnahmen wohl kurz vorm Einschlafen war. Dennoch kann man das Kino guten Gewissens weiterempfehlen. 

Danach hatten wir uns für eine Watt-Exkursion mit einem Führer des Wattenmeer-Zentrums angemeldet. Etwa zwei Stunden gab es viele Information über Meereslebewesen, Watt und die Gezeiten an sich. Zum Abschluss des Tages entstand der Klassiker der nächsten Tage. „Opus I – Hajo, geh ran“ wurde das einem Kanon ähnliche Gesangsstück getauft, mit dem wir uns eigentlich nur darüber beschweren wollten, dass Hajo nicht an sein Handy ging, obwohl er uns mit ins Café nehmen wollte. Wir sangen so lange, bis „Michi“ lautstark brüllte, dass seine jüngeren Gäste schlafen müssen. Stattdessen wurden dann halt die Koffer gepackt, da es am nächsten Tag auf die Insel Föhr ging. 

Dort angekommen mussten wir zügig weiter – mit dem Bus zum Musikpavillon in Wyk. Wir spielten ein zweistündiges Konzert, das durch Klassiker wie „Eine kleine Nachtmusik“ von Mozart oder auch durch mo-derne Stücke wie „Path“ von Apocalyptica einen Vorgeschmack auf das Konzert in Süderende am Mittwoch bot. Die Süderender Kirche war groß, das Publikum gut drauf. Unser Konzert verlief wirklich gut, die Zuhö-rer waren spendenwillig, dem entsprechend war unsere Stimmung danach. So schnell, wie wir das Oldsu-mer Restaurant anschließend besuchten, verließen wir es auch wieder – die Küche hatte zu, es gab nur noch Paprika-Chips. Das änderte an der guten Laune jedoch nichts, wir verabschiedeten den Busfahrer mit Jubelgesängen und auch Hajo wurde lauthals besungen, was sicherlich auch damit zu tun hatte, dass der nächste Tag ausschließlich aus Freizeit bestand.

Eigentlich war eine Wattwanderung nach Amrum geplant, diese fiel aber windbedingt aus. Stattdessen haben wir in kleineren Gruppen Minigolf gespielt, geshoppt, uns gesonnt und zwischendurch etwas in Wyk gegessen. Abends mussten wir dann aber wieder packen, da der Föhr-Aufenthalt am nächsten Morgen schon wieder vorbei sein sollte – um etwa 06.30 Uhr war Abfahrt.

Gute sechs Stunden und ein Taxi, drei Züge, eine Bimmelbahn und zwei Fähren später hatten wir unser Ziel Helgoland erreicht. Der Wellengang machte zwar einigen zu schaffen, dafür bestand der Rest des Tages aus individuell gestalteter Freizeit, die viele von uns zur ersten Inselerkundung nutzten. Da am Samstag das Essen zum ersten Mal während der Konzertreise selber organisiert wurde, gab es keinen Zeitdruck und wir konnten ausschlafen. Nach mehrfachen Änderungen einigten wir uns darauf, dass tagsüber geprobt und am Abend ein Festival auf der Düne besucht wird. Dort angekommen, entschieden wir uns doch gegen das Festival und gingen in der Nordsee baden. Anschließend setzten wir uns noch auf ein heißes Getränk in das Dünenrestaurant. Da am nächsten Tag das Konzert anstand, waren alle um Mitternacht im Bett. 

Nach dem Sonntags-Frühstück besichtigten wir zusammen die „Lange Anna“, wurden dabei allerdings von einem heftigen Regenschauer überrascht. Umgezogen und nach einer Stärkung im „Aquarium Restaurant“ fand das eindeutig beste Konzert auf der HKO-Konzertreise statt. Schon in der Pause waren wir alle be-geistert, auch das Publikum war sichtlich erfreut. Nach der Pause spielten wir genau so gut weiter, es machte allen unheimlich viel Spaß, die Stimmung war auf dem Höhepunkt, als es erneut ins „Aquarium Restaurant“ ging. Jeder wusste, dass dies der letzte gemeinsame Abend ist, doch keiner dachte daran, wir freuten uns lieber über das tolle Konzert. Einige nutzten die letzte Nacht so richtig aus, bis 6.30 wurden Skat, Monopoly und „Arschloch“ gespielt.
Wenige Stunden danach gab es ein letztes Frühstück – dafür bei bestem Wetter – und eine Orchesterbe-sprechung, in der wir festhielten, dass es allen total Spaß gemacht hat, die Gruppe zusammengewachsen ist und eine solche Fahrt auf die Nordsee-Inseln gerne wiederholt werden kann. Es folgten abschließende drei Stunden Freizeit, danach ging es zur Fähre. Die Überfahrt war aufgrund der Sonne und der ruhigen See eindeutig schöner als auf dem Hinweg. Am Abend folgte die Gewissheit: Jetzt müssen wir uns verab-schieden. Traurige Blicke und viele Umarmungen beendeten diese wirklich tolle Konzertreise am 3. August um 19 Uhr am Fähranleger Büsum. 

Gregor Groenewold