Österreich / Italien 2017

Konzertreise des HKO nach Österreich/ Italien

Am Abend des letzten Schultags starteten wir mit dem Reisebus in Richtung Österreich. Wir fuhren die ganze Nacht hindurch. Am nächsten Tag gingen uns während einer Pause Lina und Doose verloren, weil sie im Wald "Blumen pflücken" waren. Nach einer steilen Bergstraße, bei der die Bremsen des Reisebusses ordentlich beansprucht worden waren, sagte Nathalie: "Die heißen Bremsen riechen wie Spargel mit Räucherlachs...", woraufhin Johannes erwiderte: "Wir müssen dringend mal zusammen kochen!!" Für Witz und gute Stimmung war während der Fahrt also gesorgt.

Am Nachmittag kamen wir dann endlich in Weißbriach an. Die Fahrt hatte mit 21 Stunden zwar relativ lange gedauert, war aber gleichzeitig auch sehr gemütlich gewesen. Als erstes gingen wir ins "Gasthaus Brunnwirt", wo wir ein sehr leckeres und reichliches Abendessen bekamen. Anschließend fuhren wir mit dem Reisebus weiter ins Nachbardorf St. Lorenzen, wo wir den Bus entluden und uns in der Dorfschule einquartierten. Als alles fertig war, gingen wir zu Fuß durch Wiesen und Felder zur eine Stunde entfernten Jausenstation "Stoffelbauer", wo jeder noch etwas zu trinken bekam.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, hatte Doose einen Skorpionstich, weshalb er zum Arzt musste. Der Rest des Orchesters fuhr währenddessen zur "Garnitzenklamm". Auf der Hälfte der Strecke mussten wir noch einmal umkehren, weil Hajo seinen silbernen Organisationskoffer vergessen hatte. Die Garnitzenklamm war eine schöne, wilde Schlucht mit einem erfrischend kühlen Bergbach, in dem einige von uns (manche freiwillig, manche, weil sie reinfielen) badeten. Zwei von uns schafften es sogar, die ganze Klamm zu durchwandern. Am Nachmittag probten wir in der Schule in St. Lorenzen. Abends grillten wir. Der Grill konnte aber nur mit der zündenden Idee von Hajo, den Grill mit einem Föhn anzufachen, in Gang gesetzt werden.

Nach dem Frühstück des folgenden Tages probten wir bis mittags. Danach fuhren wir mit dem Bus nach Weißbriach, kauften kurz ein und richteten es uns in der dortigen Kirche ein, weil wir dort unser erstes Konzert spielten wollten. Um 19:30 Uhr begann das Konzert, bei dem wir einige Stücke aus unserem klassischen Repertoire spielten. Das Konzert war mit etwa 30 Zuschauern relativ gut besucht und es konnten sogar mehr als 300 € an Spenden eingenommen werden, sodass wir nach dem Konzert dem Brunnwirt nochmals einen kleinen Besuch abstatten konnten.

Am folgenden Tag mussten wir recht viel proben, denn am Abend stand das nächste Konzert bei einem Gasthaus in Hermagor an. Während wir in der Schule in St. Lorenzen probten, strömte Kuhduft vom benachbarten Bauernhof durchs Fenster herein, weshalb Sabine sagte:"Wer hat denn hier die Kuh hereingelassen?!" Der Geruch wurde dann schnell auf ein paar Wespen geschoben, die ebenfalls durchs Fenster gekommen waren. Zwischendurch merkte man immer öfter, dass aus mehreren Richtungen ein "Krrrr...Krkrr" zu hören war. Das Geräusch stammte von den "Rubik's Cubes", oder auch "Zauberwürfeln", wie wir sie nannten, die langsam ihren Einzug ins Orchester hielten. Es wurde sich eifrig um die farbigen Würfel gezankt, mit ihnen "herumgekrrrt" und es wurden ständig neue Zeitrekorde damit aufgestellt. Wegen nur halbguten Wetters konnten wir abends beim Gasthaus nicht wie eigentlich geplant im Freien spielen, sondern mussten uns in die Schankstube quetschen. Mit unserem Programm füllten wir ganze drei Stunden (natürlich mit Pausen). Die Gäste waren sehr begeistert und der Wirt freute sich so sehr, dass er uns allen ein leckeres Schnitzelessen und zwei Getränkerunden spendierte. Beim Schnitzelessen verwechselte manch einer im Dunkeln die beigelegten Zitronen mit den Kartoffeln, was für lustige Überraschung sorgte...

Nach der Probe des nächsten Tages teilten wir uns auf: Die eine Hälfte des Orchesters ging in ein Schwimmbad in Villach, die andere ging in die Weißenbachklamm, eine etwas kleinere, aber dafür umso schönere Klamm, die teilweise nur mit wackligen, bis zu zwölf Meter hohen Heizleitern erschlossen war. Abends grillten wir noch einmal. In der Nacht schliefen Doose, Alida, Lotta, Hannes und Adi mit Schlafsack & Isomatte im Freien auf der Wiese neben unserer Unterkunft.

Am nächsten Morgen frühstückten wir schnell, packten unsere Rucksäcke und wanderten zur höher auf den Bergen gelegenen Kohlröslhütte. Einige machten einen richtigen Sport daraus, die mehr als 800 Höhenmeter so schnell wie möglich hochzusteigen. Die schnellsten schafften es in 90 Minuten. Diejenigen, die nicht so viel wandern wollten, fuhren mit dem Sessellift nach oben. Oben auf der Kohlröslhütte tat sich das ganze Orchester an Almdudler, Kaiserschmarrn und Brettljausen gütlich. Anschließend fuhren wir mit dem Lift wieder herunter, wobei man eine wunderschöne Aussicht auf den Weißensee hatte. Abends mussten wir noch einmal proben, weil schon abzusehen war, dass in Venedig dazu kaum Gelegenheit sein würde. Abends spielten wir alle noch Spiele wie "Whiskymixer" oder "Humba".

Noch bevor die Sonne aufging, frühstückten wir am nächsten Morgen, packten unsere Sachen zusammen, verstauten sie im Bus und fuhren los nach Italien. In Venedig angekommen, stiegen wir aus dem Bus und fuhren mit Gepäck mit der Fähre zum Markusplatz, von wo aus wir zu Fuß zu unserem Hostel gingen. Wir richteten uns kurz in den Zimmern ein, und fuhren direkt mit der Fähre zurück zum Bus, der uns zu unserem ersten Konzert in Italien in Abano Terme brachte. Dort war ein schönes Kloster, in dessen Innenhof wir im Rahmen einer Trauerfeier für "Bernd" spielten. Da das Konzert im Freien stattfand, war das Ambiente toll, dafür die Akustik aber natürlich nicht ganz einfach. Gegen Mitternacht kamen wir wieder im Hostel an. Die Hitze, die selbst mitten in der Nacht noch in den Gassen von Venedig hing, war erstaunlich. Wer einen Fächer hatte, konnte sich glücklich schätzen!

Am nächsten Tag hatten wir viel Freizeit, die einige von uns nutzten, um eine Gondelfahrt durch Venedig zu machen. Mittags bekamen wir mit einer Führung den Dogenpalast gezeigt, und abends stand noch ein Klavierkonzert im Palazzo Albrizzi auf dem Programm. In diesem Palast, eigentlich ein äußerlich ganz normales Haus, das aber innen mehrere schöne Säle hatte, war das Konzert von uns für den nächsten Abend geplant.

Am nächsten Tag hatten wir vormittags wieder viel Freizeit, die viele nutzten, um mit der Fähre zum Lido di Venezia zu fahren und dort am Strand baden zu gehen. Das Wasser war schön und angenehm, allerdings gab es auch einige Feuerquallen, die in diesen Gewässern ihr Unwesen trieben... Nachmittags trafen wir uns wieder alle beim Hostel, um mit Instrumenten und Konzertkleidung zum Palazzo Albrizzi zu gehen. Weil mehrere ihre Konzertkleidung vergessen hatten, entstand kurz vor dem Konzert noch einmal für kurze Zeit großes Chaos, das anschließende Konzert wurde aber ein großer Erfolg. Nach dem Konzert gingen wir in einem noblen Restaurant essen. Die Portionen waren zwar sehr klein, aber auch sehr lecker.

Der "letzte Tag" begann damit, dass wir für die Rückfahrt einkauften. Bis mittags hatten wir Freizeit. Um 13:00 Uhr trafen wir uns am Hostel, und machten uns mit Konzertequipment auf den Weg zu unserem nächsten und gleichzeitig auch letzten Konzert. Nachdem wir mit der Fähre wieder zum "Festland" übergesetzt hatten, fuhren wir mit dem Bus in die in der Nähe gelegene Stadt Treviso. Dort bekamen wir erst einmal eine Stadtführung auf Italienisch, die uns glücklicherweise von unserer Dolmetscherin Beatrice übersetzt wurde. Danach bekamen wir Abendessen und bereiteten unser Konzert in der Kirche dort vor. Das Konzert war sehr gut gelungen und wir hatten auch mehr als 100 Zuschauer! Wir waren aber auch alle sehr glücklich, als wir nach dem Konzert bei der heftigen Hitze die Konzertkleidung wieder ausziehen konnten. Mit Taxen fuhren wir wieder zurück nach Venedig. Da dies ja schließlich die letzte Nacht in Venedig war, schliefen manche aus unserem Orchester in dieser Nacht keine Minute. Um 6:30 Uhr ging es am Hostel los. Während der letzten Fährfahrt konnten wir noch den Anblick des von der Morgensonne in oranges Licht getauchten Venedig bewundern. Und erfüllt von einer wirklich tollen und erlebnisreichen Reise machten wir uns dann mit dem Reisebus auf  in Richtung Norddeutschland.

 

 

Emil Burger